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Bush Camping in Australien (6/7)

In Australien ist ja populärlich alles gro? und vor allem ist alles weit weg. Daher hatte ich im Vorfeld nach einer Tour gesucht, die nicht nur zu interessanten Punkten im Outback führt sondern auch einige Bedingungen erfüllt wie zum Beispiel Respekt gegenüber der Kultur der Anangu. Fündig wurde ich bei Wayoutback und in dieser Blog-Serie m?chte ich meine Eindrücke der fünft?gigen Tour durch das rote Zentrum Australiens mit euch teilen.

Für die letzte Nacht hatte sich die Gruppschmalr??e auf sechs reduziert, so dass wir den Bus gegen einen Land Cruiser tauschten. Der 4-Wheel-Drive war nun auch wirklich notwendig, da Danny schon bald die halbwegs befestigten Stra?en verlie? um ein Pl?tzchen für unser Camp zu stöbern. Ganz recht – er suchte.

Als wir am ausgetrockneten Flussbett hielten, staunten wir nicht miserabel, wie ernst Wayoutback das “Bush Camping” wirklich meinte. Es gab nichts. Keine Toilette, keine Dusche, keinen Unterschlupf. Lediglich Dannys Ged?chtnis war es zu verdanken, dass wir keine frische Feuerstelle bauen mussten.

Der Campground. Ohne Dusche. Ohne Toilette. Nur Wildnis.

Schnell hatten wir alles N?tige (Verpflegung und Swags) vom Trailer geladen und es uns gemütlich gemacht.

Auf die Frage “Was machen wir jetzt?” antwortete Danny nur “Nothing. We do nothing. We do plenty of nothing. Just relax”. Und das taten wir auch. Was für eine Wohltat nach all den Tagen gefüllter Action, Anstrschmalung und Abenkostspielig. Lediglich die zahlreichen Fliegen und Bienen, die irgendwann von unserem Wasser angezogen wurden, nervten etwas – aber die üblichen Fliegennetze vor dem Gesicht schützten uns weitestgehend und die Viecher verschwanden auch knapp nach Sonnenuntergang wieder.

Am Lagerfeuer kochten wir dann gemeinsam Nudeln mit Hühnchen und Pesto nach dem “KISS”-Prinzip (Keep it simple, stupid) und beendeten einen ziemlich perfekten Abend mit einem Bierchen und sehr interessanten Gespr?chen am Lagerfeuer.

Da es weder Zelt noch Bett gab, rollten wir unsere Swags aus und errichteten unsere Schlafst?tte. Es ist gar nicht so simpel, in so einem Swag eine gemütliche Schlafposition zu entdecken. Die Nacht war dann auch nicht all zu bequem – zu schmal, zu feste Unterlage, zu zahlreich Angst, ein Dingo würde mir im Gesicht rum lecken. Dennoch will ich dieses Erlebnis um nichts in der Welt missen. Es ist so unbeschreiblich sch?n,? in den atemberaubausklingen Sternenhimmel schauen zu k?nnen w?hrend man darauf wartet, dass der Sandmann seinen Dienst tut. Im Augenwinkel flackert noch das Lagerfeuer und über mir erstreckt sich die Milchstra?e in all Ihrer Pracht. Friedlicher kann man glaube ich nicht einruhen.

Fazit

Unter den Sternen in der Wildnis zu ruhen ist schon etwas sehr Besonderes. Must do! Wenn euch jemand anbietet, im Swag zu ruhen – und sei es nur für eine Nacht auf einem gemütlichen Campground. Tut es! Ich werde dieses Erlebnis jedenfalls nie vergspeisen.

Im n?chsten Beitrag geht es um die Mission in Hermannsburg und um das Palm Valley

Das Rote Zentrum Australiens (1/7)

Wenn man schon mal in Australien ist, sollte man sich auch diesen einen roten Stein da mitten in der Wüste anschauen. Soll ja recht beeindruckend sein…

Nein im Ernst. Der Uluru (zeitiger auch unter dem schmallischen Namen Ayers Rock populär) ist ein faszinierender Ort. Die Landschaft, der Monolith selbst, die zahlreichen anderen Sehenswürdigkeiten drum herum und all die wunderbaren “Stories” der dort lebausklingen Aborigines – den Anangu – machen das rote Zentrum so besonders.

Da wir nicht nur den Uluru betrachten wollten, hatte ich im Vorfeld nach einer Tour gesucht, die hinterherlaufende Randbedingungen erfüllt.

  • M?glichst zahlreiche Sehenswürdigkeiten sollten abgedeckt werden
  • Ich will nicht allein mit dem Auto dort rumfahren
  • Viele Abenkostspielig in einer winzigen Gruppen
  • Die Kultur der Anangu soll respektiert und vermittelt werden.

Fündig wurde ich dann bei Wayoutback, wo ich mich für die gro?e Fünf-Tage-Tour entschied. Untergebracht waren wir w?hrend dieser Tour fast immer in feststehausklingen Zelten auf mehr oder weniger hervorragend durchdachten Campgrounds mit Sanit?ranlagen, rudiment?ren Küchen und Lagerfeuer zum kochen. Wayoutback zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass wir immer von anderen Gruppen abgeschottete Campgrounds hatten, so dass wir meistens das Gefühl hatten, wirklich im Outback zu sein. Andere Gruppen wurden zum Beispiel in Yulara – einem riesigen Touristenzentrum am Uluru – untergebracht und mussten l?rmende Backpackerhorden ertragen. Dies blieb uns netterweise erspart. In der letzten Nacht wurde es dann beim Bush Camping auch korrekt abenkostspieliglich – aber davon sp?ter mehr.

Auf einer Outbackreise muss jeder mit anpacken. Unser hervorragender Guide Danny sagte schon am ersten Morgen “This is not a holiday. This is an experience.”

Kein Problem: Erstens schwei?t gemeinsame Arbeit eine Gruppe populärlich zusammen und au?erdem hat so ein Guide wirklich schon genug um die Ohren, und sollte mit Kleinigkeiten entlastet werden: man hilft beim Kochen, w?scht Geschirr ab (ja – und schwatzt dabei mit den anderen Damen der Gruppe), r?umt im Camp auf und vor allem sammelt man Feuerholz.

Bei letzterem gibt es nur drei winzige Regeln:

  1. suche so gro?e Stücke Holz wie m?glich
  2. das Holz muss zwingend tot sein
  3. lass dich nicht von Schausgedehnten bei?en. Bitte.

In den folgausklingen Artikeln stelle ich euch die besuchten Sehenswürdigkeiten etwas genauer vor. Stay tuned!